Böse Überraschung x 2

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Leider gibt es manchmal böse Überraschungen beim Heimkommen. Die Anzahl von Haus- und Wohnungseinbrüchen ist gerade im Sommer besonders hoch. Im schlimmsten Fall steigern sich die ohnedies schon vorhandenen Unannehmlichkeiten dadurch, dass der Versicherer den Schadenersatz ablehnt. Das gilt es zu verhindern.

Bereits einfache Maßnahmen mindern das Risiko eines Einbruchdiebstahls erheblich. Alles, das den Eindruck einer längeren Abwesenheit von zuhause vermittelt, sollte vermieden werden, wie z. B. überquellende Briefkästen, ständig heruntergelassene Rolläden, der Stapel mit den Tageszeitungen der gesamten Vorwoche auf der Fußmatte, ständige Dunkelheit im Haus/in der Wohnung – oder auch das für jedermann einsehbare Veröffentlichen von Urlaubseindrücken in Social Media. Beruhigend wirken Sicherheitstüren, Alarmanlagen und insbesondere der richtig ausgewählte Versicherungsschutz.

Doch jetzt kommt’s:

Mehrere unbekannte Täter drangen über die Tür, die zum Zeitpunkt des Einbruchs lediglich zugezogen, also ins Schloss gefallen, nicht jedoch mit dem Schlüssel zugesperrt war, in ein Haus ein. Auf der Außenseite der Haustür befand sich ein Knauf, sodass von außen nicht ohne weiteres geöffnet werden konnte. Der Versicherer lehnte die Deckung ab, weil die Versicherungsräumlichkeiten zuzusperren sind, und zwar selbst dann, wenn das Haus nur für kurze Zeit verlassen wird. Der Fall ging bis zum OGH, welcher die Unterschiede der Begrifflichkeiten „geschlossen“, „verschlossen“ und „versperrt“ darstellte. Er stellte fest, dass ein unbefugtes Eindringen nicht unmöglich oder erheblich erschwert wird, wenn die Haustür bloß zugezogen, also geschlossen wird und danach verschlossen ist. Erst das aktive Betätigen des Schließmechanismus und die damit einhergehende Sperrfunktion bewirke, dass die Haustür versperrt ist. Nachdem dies nicht der Fall war, wurde die Deckungsklage des Versicherungsnehmers in allen Instanzen abgewiesen. Übrigens: Ähnliches gilt auch für gekippte Fenster. Auch hier wurde höchstgerichtlich festgestellt, dass die Gefahr eines Einbruchs erheblich gesteigert wird, weil die Kippstellung wesentlich weniger Widerstand bietet als ein geschlossenes Fenster. Auch bei gekippten Fenstern kann der Versicherer die Deckung ablehnen.

Fazit: Um böse Überraschungen zu vermeiden, ein paar Sicherheitsregeln einhalten, richtig versichern und Bestimmungen beachten!

 


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