Wohlstand einmal anders

Alle zwei Jahre ein neues Auto, dazu ein Traumhaus in Bestlage, Fernreisen im Urlaub, Designerklamotten und so rasch als möglich das neue iPhone 6. – Solche und ähnliche Vorstellungen tauchen auf, wenn es um die Beschreibung von „Wohlstand“ geht. 

Was mich immer wieder verwundert ist, dass dieselben Menschen, die diese Wohlstandsvorstellung haben über zu viel Stress, zu viel Arbeit, zu wenig Zeit für das wesentliche klagen und schließlich auch noch behaupten, sie hätten ständig zu wenig Geld.

Meiner Beobachtung nach mangelt es in den allermeisten Fällen weder an Zeit noch an Geld, sondern schlicht und einfach daran, auf etwas verzichten zu wollen. Es mangelt an Einsicht, Vernunft, Augenmaß und Disziplin.

 Wer ein (zu) teures Auto fahren möchte (das mächtig Eindruck macht), muss viel und hart arbeiten, um sich das (die Leasing-/Kreditrate?) leisten zu können. Wer (zu) pompös wohnen will, muss sich meist auf Jahrzehnte verschulden, was den finanziellen Spielraum empfindlich eingrenzt. Wer über seine materiellen Möglichkeiten hinaus urlaubt, um es „allen zu zeigen“, spürt spätestens nach Rückkehr in die Realität, wie sinnlos dieses Unterfangen war. Wer „shoppen“ für seine Glückseligkeit braucht, wird früher oder später „innerlich verbrennen“. – Solche und ähnliche „ Lebensweisen“ führen in die finanzielle und schlussendlich in die emotionale Sackgasse.

In diesem Verhalten, in dieser Sehnsucht nach in Wahrheit meist nicht leistbaren und vor allem nicht notwendigen Gütern, liegen die wahren Ursachen für Unzufriedenheit, Frust und Stress. Der daraus resultierende Druck lässt Partnerschaften scheitern, führt zu unerklärlichen Krankheiten und steigert am Ende die Selbstmordrate.

Wie wäre es, würden wir Wohlstand nicht ständig mit Wachstum und Konsum in Verbindung bringen? (Übrigens: Seit den 60er-Jahren sind die Wachstumsraten in den Industriestaaten immer gesunken.) Wir könnten doch Wohlstand völlig neu definieren. Etwa durch weniger arbeiten, einen mehrtägigen Wanderausflug im Urlaub, das kluge Teilen eines kostengünstigen Kleinfahrzeuges unter zwei Familien, die große Freude über eine angemessene Wohnung, durch Augenmerk auf vernünftige Ernährung, Gesundheit und gute Pflege – das wäre doch Wohlstand im besten Wortsinn.

Dadurch bliebe mehr Zeit für das Wesentliche und mehr Geld für das Sinnvolle. Die Zeit ließe sich mit Freunden und mit persönlicher Weiterentwicklung gut verleben. Das Geld könnte man in intelligente Vorsorge investieren, um auch im Falle einer Berufsunfähigkeit, Pflegebedürftigkeit oder bei zu geringer staatlicher Pension (was sehr wahrscheinlich ist) noch immer ein würdevolles Dasein führen zu können. Dieser Wohlstand würde schließlich auch den Staat entlasten (Wer ist das eigentlich?) und zusätzlich noch den einzelnen in seiner Persönlichkeit und Freiheit stärken.

Ich wünsche Ihnen einen goldenen Herbst mit jenem Wohlstandsgefühl, das Ihren Vorstellungen entspricht!

PS: Über Anregungen, Wünsche, konstruktive Kritik freue ich mich. Auch über ein Lob freuen wir uns. Schreiben Sie mir bitte direkt an a.langmann@lup.at.

Ihr

LangmannUnterschriften

Alfred LANGMANN
Geschäftsführer


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