Schutz und Vorsorge für Kinder

Groß ist die Freude von Eltern, Großeltern, Tanten, und Paten – der Nachwuchs ist da. Spätestens jetzt beginnt eine Menge neuer Verantwortung und viele neue Fragen tauchen auf. Neben Zuneigung und Liebe, damit sich das Kind überhaupt gut entwickeln kann, müssen finanzielle Gegebenheiten vollkommen neu überdacht werden. Als zweifacher Familienvater und erfahrener Versicherungsmakler bin ich oft erstaunt, wie „freihändig“ und mitunter gedankenlos vorgegangen wird.

Noch bevor an Maßnahmen direkt für die Kleinen zu denken ist, müssen Schutz und Vorsorge der Familienerhalter neu überprüft werden. Eine private Berufsunfähigkeits- und Pflegevorsorge der Eltern, allenfalls auch eine Risikoversicherung für den Ablebensfall sind nun unerlässlich. Nicht auszudenken sind die Folgen für die Kinder, sollte bei den Familienerhaltern ein derartiger Unglücksfall eintreten. Ist ohnedies das menschliche Leid schon groß genug, wird dieses durch die materiellen Konsequenzen noch wesentlich gesteigert.

Erst wenn die Eltern entsprechend geschützt sind, geht es direkt um das Kind selbst. Auch hier sollte Schutz gegen die Folgen eines Unfalls oder einer schweren Krankheit Priorität haben. 165.000 Kinderunfälle passieren jährlich in Österreich. Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt aber nur bei 20 %, nämlich nur dann, wenn der Unfall in örtlichem, zeitlichem und ursächlichem Zusammenhang mit dem Kindergarten oder der Schule steht. In der Freizeit sind die Kinder vollkommen ungeschützt. Hier kann man eine Mitversicherung im Rahmen der privaten Unfallversicherung der Eltern ins Auge fassen, wobei gerade die Invaliditätssummen für die Kleinen oft viel zu gering gewählt sind, wenn man bedenkt, wie lange ein Kind eine Unfallrente oder Invaliditätssumme brauchen würde, wenn es bis ins hohe Alter als Vollinvalide durchs Leben gehen muss. Dieses Thema ist für Eltern sehr unangenehm; deshalb wird es oft verdrängt und gar nicht so beachtet, wie es notwendig wäre. Jedenfalls besteht aus der gesetzlichen Unfallversicherung bei einem Freizeitunfall für das Kind kein Rentenanspruch.

Dringend abraten möchte ich von „Erlagscheinanträgen“, die gerade zu Schulbeginn wieder durch Banken und Versicherungen tüchtig verteilt werden. Vor kurzem haben die Medien darüber berichtet: Schutz und Vorsorge für Kinder ist genauso individuell zu gestalten, wie für Erwachsene.

Auch für den Fall einer schweren Krankheit des Kindes sollte entsprechend vorgesorgt werden. Zumindest muss es möglich sein, dass eine Begleitperson mit ins Krankenhaus darf und dass Behandlungen wie Akupunktur oder Homöopathie bezahlt werden, was durch die gesetzliche Krankenversicherung nicht gedeckt ist.

Dieser Schutz gegen Unfallfolgen oder schwere Krankheiten bei Kindern ist ungleich günstiger, als so manches fragwürdige Spielzeug.

Erst wenn Familienerhalter und Kinder entsprechend geschützt sind, stellt sich die Frage nach Vorsorge.

Wie sieht hier die Realität aus? – Die Eltern schließen einen Bausparvertrag ab, die Großeltern ein Prämiensparbuch und der Pate stellt sich ebenfalls mit einem ähnlichen Sparprodukt ein. Klugerweise versehen die Banken das noch mit einem kleinen „Zuckerl“ (…wer das wohl bezahlt?!), und schon ist die Vorsorge abgeschlossen. Nach 6 Jahren wird das Geld entweder verbraucht oder liegengelassen, weil es angeblich höhere Zinsen trägt.

Ich halte diesen Ansatz für nicht zielführend. Tatsächlich geht es bei der Vorsorge für ein Kind darum, dass für später ein finanzieller Vorsprung aufgebaut wird. Also kommen nur Sparformen in Frage, die auf diesen Zweck abzielen, und wo es auch dann das Sparziel erreicht wird, wenn der Erhalter, der Einzahler ausfällt. Dies ist weder bei Bausparer noch beim Prämiensparbuch der Fall.

Ich favorisiere deshalb fondsgebundene Lebensversicherungsformen in unterschiedlichen Ausprägungen, wobei bei Ausfall des Erhalters die Beiträge durch den Versicherer weiterbezahlt werden (Wer macht das beim Bausparer?), wo es Entnahmemöglichkeiten gibt, die Höhe der Einzahlung verändert werden kann, keine KESt abgeführt werden muss, es keine Ausgabeaufschläge oder Depotgebühren gibt (wie etwa bei Fondssparplänen), Zahlungsübernahmen bei Karenz vereinbart werden können u. v. m. Dies ermöglicht später die Finanzierung eines Studiums, die Anzahlung einer Eigentumswohnung oder auch die Übernahme durch das erwachsene Kind zur Weiterbesparung für eine private Vorsorge.(mit allen Vorteilen des jungen Eintrittsalters)

Das gesamte Thema ist sehr komplex; deshalb beurteilen wir jeden Einzelfall mittels einer Risiko- und Vorsorgeanalyse. Je nach Bedarfsverhalten finden wir die ideale Lösung am österreichischen Markt. Sicher ist:

Schutz und Vorsorge für Kinder muss nicht teuer, dafür jedoch richtig sein.


Siegfried LANGMANN ist geprüfter Versicherungsmakler, verfügt über jahrelange Berufserfahrung und ist als selbständiger Vertriebspartner für Langmann & Partner tätig.


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