Im Urlaub erkrankt. Was nun? 

Selbst zum Urlaub existiert in Österreich ein eigenes Gesetz – das sogenannte Urlaubsgesetz. Darin ist unter Anderem geregelt, dass ein Krankenstand unter bestimmten Voraussetzungen den Urlaub unterbrechen kann, wobei einiges zu beachten ist…

Bei einer kurzfristigen Erkrankung während des Urlaubs – man geht von bis zu 3 Kalendertagen aus – wird der Urlaub nicht unterbrochen. Dauert die Erkrankung länger, zählen die Krankenstandstage nicht mehr als Urlaubstage – der Urlaubsanspruch verringert sich also nicht.

Die somit nicht verbrauchten Urlaubstage verlängern allerdings nicht automatisch den aktuellen Urlaub, sondern erhöhen „nur“ das Kontingent an noch offenen Urlaubstagen. Der Arbeitnehmer muss also trotz zwischenzeitigem Krankenstand am Ende des vereinbarten Urlaubs (oder spätestens am Ende des Krankenstandes) seine Arbeit zum ursprünglich vereinbarten Termin wieder antreten.

Um den Urlaubsanspruch zu wahren, ist die Erkrankung dem Arbeitgeber unverzüglich und in geeigneter Form (i.d.R. telefonisch oder per Mail) mitzuteilen. Bei Wiederantritt der Arbeit, oder zumindest zeitnah, hat der Arbeitnehmer zusätzlich ein ärztliches Zeugnis oder eine Bestätigung der zuständigen Krankenkasse über Beginn und Dauer des Krankenstandes vorzulegen.

Komplizierter wird es, wenn man im Ausland erkrankt. Für diesen Fall ist vorgesehen, dass dem Arbeitgeber zusätzlich zur Krankenstandsbestätigung eine behördliche Bestätigung vorgelegt werden muss, aus welcher hervorgeht, dass der behandelnde Arzt im Ausland zur Ausübung des Arztberufes zugelassen ist. (Ausnahme: Das entfällt, wenn die Krankschreibung von einem Krankenhaus ausgestellt wurde.)

Wichtig ist noch, dass die Erkrankung nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt worden sein darf – hier gibt es naturgemäß keine starren Grenzen, – die Beurteilung wird individuell erfolgen müssen.

Erkrankt der Arbeitnehmer schon vor Beginn des Urlaubs, wird der Urlaub (theoretisch) gar nicht erst angetreten. Dann gelten die allgemeinen Bestimmungen des Krankenstandes.


Newsletteranmeldung