Sichere Pensionen? Denkste!

Auch der Pensionistenverband reitet einmal mehr gegen die private Altersvorsorge. Es gebe keine Alternative zur gesetzlichen Altersvorsorge, die private Altersvorsorge sei mit zu hohen Kosten belegt, bringe zu geringe Renditen und sei im übrigen auch überhaupt nicht notwendig. – So der Tenor der Repräsentanten im Pensionistenverband, die selber in Zwei- und Dreifachpensionen baden und monatlich zum Teil fünfstellige Beträge kassieren. Sie bezeichnen unser gesetzliches Pensionssystem als robust. Es habe sich in der Vergangenheit bewährt, es sei stabil und absolut zukunftsträchtig, behauptet eine Studie, die durch den Pensionistenverband in Auftrag gegeben wurde. – Hier das Prüfungsergebnis auf den Wahrheitsgehalt:

Ein 47jähriger Mann, der vor 15 Jahren bereits 25 Beitragsjahre erworben hatte, erhielt damals die Zusage, dass er damit schon 25 x 2 %, also 50 % seiner Bemessungsgrundlage an Pension erworben hat. Die Bemessungsgrundlage sollte der Durchschnittswert seiner 10 besten Versicherungsjahre sein. Würde er bis 2013 weiter arbeiten, käme er insgesamt auf 40 Beitragsjahre, somit auf 40 x 2 % = 80 % seiner Bemessungsgrundlage (beste 10 Jahre, Ø € 3.300,–). Weil er dann aber erst 62 Jahre alt ist, müsse er mit 3 x 2 % Abschlag rechnen. – Das war der Stand 1998.

Dieser Mann ging heuer wie geplant in Pension. Für seine jetzt 40 Beitragsjahre erhielt er nicht mehr 2 % sondern nur noch 1,78 % pro Jahr, somit 71,2 % der Bemessungsgrundlage. – Das sind 11 % weniger als versprochen. Die Bemessungsgrundlage ist auch nicht mehr der Durchschnitt seiner besten 10 Jahre, sondern jener seiner besten 25 Jahre, € 2.720,- statt ursprünglich € 3.300,-). Die Abschläge betrugen nun nicht mehr 2 %, sondern 4,2 % pro Frühpensionsjahr, also anstatt 6 % nunmehr 12,6 %. Die weitere Berechnung überlasse ich dem geschätzten Leser… Soweit zur Verlässlichkeit des staatlichen Pensionssystems.

Natürlich ist die private Pensionsvorsorge keine Alternative zur gesetzlichen Pensionsversicherung. – Ergänzend ist sie aber ein absolutes MUSS!

Auch hiezu ein Beispiel

Derselbe Mann hat 1993 eine Lebensversicherung mit einer Nettoprämie von damals 2.500 Schilling (€ 181,68) monatlich abgeschlossen, die 2013 zur Auszahlung gelangte. Einschließlich Wertanpassung hat er knapp 50.000 € einbezahlt, Auszahlungsbetrag waren über 88.000 Euro. Er hätte auch eine lebenslange Rente von knapp 300 € mtl. wählen können. Das ist übrigens etwa jener Betrag, der ihm auf die ursprüngliche „Zusage des Staates“ fehlt (ohne Inflationsbereinigung)!

Soweit zur Verlässlichkeit von staatlicher Pension und Privatvorsorge!

Zusätzlich müssen Versicherer ihre Produkte selber bewerben, die Kosten für Polizzierung, Vertrieb usw. berappen u. ä. m. All das braucht die Pflichtversicherung im Umlageverfahren nicht zu tun.

Und zur Transparenz? – Erstmals mit 01.01.2014 wird der Vorhang vor dem Pensionskonto gelüftet. Erstmals erhalten wir also Einblick in diese Black Box, in die momentan etwa 8 Mrd. Euro im Jahr aus Steuereinnahmen zugeschossen werden müssen – ansonsten explodierte das System längst schon. Wir zahlen immer höhere Pensionsbeiträge und dann auch noch Steuern dazu, damit das angeblich so gute und sichere staatliche Umlageverfahren funktioniert. Dafür gehen die Pensionsansprüche zurück! Unter diesen Gesichtspunkten ist eine private Eigenvorsorge (leider) unerlässlich! Dabei stellen die unterschiedlichen Arten von Lebensversicherungen, auch wenn die Rendite zur Zeit nicht mehr so goldig wie in der Vergangenheit ist, ein verlässliches Instrument dar. Und nur darum geht es in der Pensionsvorsorge: Um Verlässlichkeit!


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