Alles zum Gewinnfreibetrag

Die Meisten werden diese Steuerbegünstigung bereits aus Vorjahren kennen. Allerdings gibt es immer noch einige Details, die nicht jedem Unternehmer bekannt sind.

Grundsätzliches

Der steuerliche Gewinn kann durch bestimmte Investitionen um bis zu 13% reduziert werden. In Frage kommen alle Investitionen in körperliche, abnutzbare Wirtschaftsgüter mit einer Nutzungsdauer und Behaltedauer von mindestens vier Jahren. Auch die Anschaffung bestimmter Wertpapiere ist begünstigt. Nicht gefördert werden PKW und Kombi, gebrauchte Wirtschaftsgüter und sofort abgesetzte geringwertige Wirtschaftsgüter.

Einschleifregelung ab 2013

Bisher konnten 13% Gewinnfreibetrag bis zu einem Jahresgewinn von € 769.000,00 – maximal also 100.000,00 gelten gemacht werden. Im Zuge des letzten Sparpakets wurde diese Möglichkeit ab 2013 dahingehend massiv eingeschränkt, dass die vollen 13% nur mehr für Gewinne bis € 175.000,00 möglich sind. Für Gewinnanteile zwischen € 175.000,00 und € 350.000,00 können nur mehr 7% geltend gemacht werden, für Gewinnanteile zwischen € 350.000,00 und € 580.000,00 sogar nur noch 4,5%. Bei einem Gewinn von zB € 600.000,00 beträgt der effektive Steuernachteil aus dieser Verschärfung rund € 16.000,00!

Ersatzbeschaffung

Grundsätzlich sollte die Regelung dazu dienen, einen Investitionsanreiz für Unternehmer zu schaffen, um indirekt die Wirtschaft zu beleben. Daher war insbesondere die Anschaffung von neuen, körperlichen Gegenständen begünstigt. Die Möglichkeit, in bestimmte Wertpapiere zu investieren war als Ausnahmetatbestand vorgesehen. Mittlerweile hat sich aber herausgestellt, dass in vielen Firmen der Ausnahmetatbestand zur Regel wurde – auch, weil oft einfach kein entsprechender Investitionsbedarf besteht (PKW-Anschaffungen sind ja, wie fast durchgehend im Steuerrecht, von der Begünstigung explizit ausgenommen). Aus diesem Grund wird angeblich im Rahmen der laufenden Koalitionsverhandlungen überlegt, diesbezüglich Änderungen vorzunehmen und möglicherweise sogar die Begünstigung für die Anschaffung von Wertpapieren zu streichen. Genaues weiß man derzeit aber noch nicht.

In diesem Zusammenhang wird sowohl von der Politik als auch von den meisten Unternehmern übersehen, dass es die Möglichkeit gibt, Wertpapiere ohne Nachversteuerung auch vor Ende der 4-jährigen Behaltefrist zu verkaufen, wenn dafür entsprechende Ersatzinvestitionen getätigt werden. Beispiel: 2011 und 2012 werden jeweils € 4.000,00 in Wertpapiere investiert und dafür der Gewinnfreibetrag in Anspruch genommen. Im Jahr 2013 muss eine Maschine ersetzt werden – Investition € 10.000,00. Um den Kauf dieser Maschine zu finanzieren können die vorhandenen € 8.000,00 Wertpapiere ohne Nachversteuerung verkauft werden. Zusätzlich kann die „Überinvestition“ in Höhe von € 2.000,00 für den Gewinnfreibetrag 2013 verwendet werden. Vorsicht: Investitionen in Wertpapiere zählen nicht als Ersatzbeschaffung!

Finanzierung/Rendite

In der Praxis kommt es auch immer wieder vor, dass Klienten auf die Anschaffung von Wertpapieren verzichten, weil keine ausreichende Liquidität vorhanden ist und eine allfällige Kreditfinanzierung vermeintlich zu teuer wäre. Dazu folgendes Beispiel: Mögliche Investition € 10.000,00. Der Gewinn beträgt demnach über € 100.000,00 (€ 3.900.- Grundfreibetrag + € 10.000,00 investitionsbedingter Freibetrag = € 13.900.- – das entspricht 13% von € 106.923.-). Wir befinden uns also bereits in der höchsten Steuerklasse mit 50%. Die Steuerersparnis beim Kauf der Wertpapiere beträgt somit € 5.000,00. Unter der Annahme, dass die Kreditzinsen 3% betragen, ergeben sich für einen endfälligen Kredit für 4 Jahre Kreditkosten von € 1.200.-. Selbst bei höheren Zinsen und allfälligen Kreditnebenkosten ergibt sich ein deutlicher Steuervorteil.

Einige Banken bieten darüber hinaus auf Nachfrage auch eine Teilfinanzierung ohne zusätzliche Sicherheiten an. Dabei werden zB 30% der erforderlichen Investitionssumme eingezahlt, für die restlichen 70% wird ein endfälliger Kredit vereinbart, als Sicherheit dienen die damit angeschafften Wertpapiere.

Sozialversicherung

Wenn der Gewinn nicht bereits über der Höchstbeitragsgrundlage liegt (aktuell rund € 60.000,00) mindert der Gewinnfreibetrag auch die Bemessungsgrundlage für die Sozialversicherung, was weitere knapp 30% (vor Steuereffekt) Abgabenersparnis bedeuten kann.

Zusatztipp

Spätestens im Jänner 2014 ist die Behaltefrist für allfällige Wertpapierinvestitionen aus dem Jahr 2009 abgelaufen. Somit können diese danach jederzeit ohne Nachversteuerungsrisiko verkauft werden und das Kapital steht wieder unbeschränkt zur Verfügung.


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